Mit großer Trauer, aber ebenso großer Dankbarkeit blicken wir auf das Leben und Wirken unseres Freundes und langjährigen Vorstandsvorsitzenden Thomas Plöger zurück. Thomas, 1957 in Kiel geboren, war für uns weit mehr als ein geschätzter Kollege: Er war Ideengeber, Motor, kritischer Begleiter, verlässlicher Partner, und vor allem ein Mensch, der uns alle geprägt hat.

Schon in seinem Studium der Englischen Philologie, Politischen Wissenschaften und Soziologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entdeckte Thomas seine Leidenschaft für Film, Analyse und kulturelle Bildung. Seine Magisterarbeit schrieb er über die Literaturverfilmung von Howard Hawks „The Big Sleep“.
Seit 1989 leitete er im Studentenwerk Schleswig-Holstein das Referat für technische Medien, später den gesamten Fachbereich Kultur, stets mit dem Anspruch, jungen Menschen Zugang zu Film und Kultur zu ermöglichen.
Über drei Jahrzehnte wirkte Thomas im Vorstand des Landesverbands Jugend und Film Schleswig-Holstein, seit 2008 als Vorsitzender. Er prägte diese Arbeit wie kaum ein anderer: mit Weitblick, mit Erfahrung und mit einem unerschütterlichen Realismus. Viele Filmschaffende in Schleswig-Holstein verdanken ihm Förderung, Orientierung oder den entscheidenden Impuls, oft auch eine ehrliche, klare Rückmeldung. Denn Thomas sagte immer, was er dachte. Niemals verletzend oder unangenehm, sondern präzise, begründet und authentisch. Manchmal vertrat er eine andere Meinung als wir, und genau das war wertvoll. Die fairen, intensiven Diskussionen mit ihm haben uns weitergebracht, immer.
Thomas war Filmemacher, Kameramann, Autor und Regisseur. Seine Filmografie umfasst dokumentarische Arbeiten, Essayfilme, Trickfilme und Kurzspielfilme. Viele davon entstanden in enger Zusammenarbeit mit Kollegen wie Werner Barg, Jürgen Haacks, Martin Weber, Lorenz Müller oder Kurt Denzer. Ob „Metro – Die Geschichte eines Kinos“, „Deutschland Zero“, „Der Acker, die Hölle“, „Aufgetaucht – der Kieler Brandtaucher“ oder „Protokoll einer Entscheidung“: Seine Filme zeugen von Neugier, Genauigkeit und einem besonderen Blick für gesellschaftliche Entwicklungen.
Neben all seinen Projekten hatte Thomas stets die Vision, Kulturarbeit lebendig, offen und motivierend zu gestalten. Das zeigte sich nicht zuletzt in seiner Begeisterung für den „Nur 48 Stunden“-Kurzfilmwettbewerb, eines seiner Herzensprojekte. Und es zeigte sich in einem Satz, den wir nie vergessen werden und der zum Leitmotiv unserer gemeinsamen Arbeit wurde:
„Ehrenamt muss Spaß machen.“

Thomas hat darauf geachtet, dass das so blieb. Er hat uns vertraut, und wir ihm. Nur er wusste, wer wann welches Jubiläum hatte, sprach gern über Urlaube, und bevor manche Sitzung begann, wurde mit Ulli Ehlers erst einmal die aktuelle Lage im Handball besprochen. Er war super ordentlich, zuverlässig, und er übernahm vieles ganz selbstverständlich, so selbstverständlich, dass uns erst jetzt bewusst wird, wie unermesslich groß sein Anteil an allem war.
Thomas war nicht immer bequem, aber stets ehrlich. Nicht immer gefällig, aber immer authentisch. Und genau dafür haben wir ihn geschätzt. Für seine Haltung, seinen Humor, seine Genauigkeit und seine Leidenschaft für den Film.
Er fehlt uns.
Er wird uns fehlen – in unseren Projekten, in unseren Diskussionen, in den stillen Momenten, wenn wir merken, dass jemand Wichtiges nicht mehr am Tisch sitzt.
Danke, Thomas.
Für die gemeinsame Zeit.
Für den großen Spaß.
Für all die guten Momente und klugen Gespräche.
Für dein Vertrauen und deine Freundschaft.
Wir werden dich nicht vergessen.
